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Im Mittelpunkt der musealen Arbeit stehen die Geschichte des Ortes der ehemaligen Hofmühle-Bienertmühle und seiner Umgebung.
Erste Zeugnisse einer Mühle am Ort datieren aus dem 14. Jahrhundert. Im Jahre 1568 erwarb das sächsische Kurfürstenhaus das Areal und errichtete bis 1571 die erste Hofmühle. Das weitgehend unversehrte Doppelwappen aus dieser Zeit ist noch heute in der Hoffassade zu besichtigen und zählt zu den ältesten Denkmalen Dresdens.

Ihren heute gebräuchlichen Namen »Bienertmühle« verdankt der Ort dem Gründerzeitunternehmer Traugott Bienert (1813-1894). Der aus einfachsten Verhältnissen stammende Müller pachtete 1852 zunächst die Hofmühle und wurde 1872 ihr Eigentümer. Unter seiner Hand entstand ein industrieller Großbetrieb, der zu den modernsten Europas in seiner Branche gehörte. Die nachfolgenden Generationen führten das Unternehmen bis zur endgültigen Enteignung im Jahre 1972 erfolgreich fort. Bedeutsam war auch das Engagement der Unternehmerfamilie für die kommunale Entwicklung von Plauen und Dresden sowie für die Förderung von Kunst und Kultur. Vor allem durch die ungewöhnliche Aktivität Ida Bienerts als Streiterin für die avantgardistische Kunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde ein kunsthistorisch bedeutsamer Austausch zwischen Künstlern, Kritikern und Rezipienten initiiert. Ihr Sohn, der Kunstsammler Friedrich Bienert ermöglichte seiner Frau Gret Palucca den Kontakt zu für sie so wichtigen Künstlern wie Paul Klee und Wassily Kandinsky. 1925 finanzierte er ihr die Gründung einer eigenen Schule, der Palucca - Schule in Dresden. In Plauen, seit 1903 Ortsteil von Dresden, und in den angrenzenden Stadtgebieten entlang des Flusslaufes der Weißeritz finden sich weitere reichhaltige Spuren der Stadtentwicklung und Industriegeschichte Dresdens. Der Landschaftsraum »Plauenscher Grund« weist eine Vielzahl tektonischer und geologischer Besonderheiten auf. Oft wenig bekannt ist auch seine Geschichte als Ort der Romantik und als königliches Jagdgebiet. Noch bis zum 19. Jahrhundert war der Plauensche Grund als wildromantisches Tal geradezu eine Sehenswürdigkeit Europas. »Wer in Dresden gewesen war, musste, wie in Rom den Papst, so hier den Plauenschen Grund gesehen haben.« schrieb der Künstler Prof. Dr. Fritz Schulze 1882. Autoren verschiedener Zeiten wie Heinrich von Kleist, der Lyriker Wilhelm Müller und der dänische Märchendichter Hans Christian Andersen wurden in dieser Landschaft der Muse fündig, ebenso wie die Maler Adrian Zingg, Anton Graff, Caspar David Friedrich, Carl August Richter und dessen Sohn Ludwig Richter. Aktuelle Entwicklungen in diesem Gebiet zielen auf die Rückgewinnung von Naturraum und Erlebnisqualität.
Im geretteten Museumsgebäude befinden sich Räume, die von Mühlentechnik aus den Jahren zwischen 1878 und 1930 über die gesamten Stockwerke durchzogen sind. Der Charakter der Räume ist dadurch strukturell geprägt und einzigartig. Eine Anmutung des vorherrschenden Arbeitsgeschehens bis 1992 bestimmt die Atmosphäre des Hauses und wird den künstlerischen Korrelationen mit dem räumlich/historischen Fundus dieses Hauses einen Rahmen geben.

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